»An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des

21. Jahrhunderts«

Dramatisch kühl: ein Theaterautor und sein Romandebüt
Roland Schimmelpfennig (Autor/ Dramatiker, Havanna)

Kein Mensch, ein Wolf ist das erste Subjekt in Roland Schimmelpfennigs Roman-Debüt An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Es ist »ein einzelner Wolf«, der bis in die Zivilisation, bis nach Berlin vordringt – in eine Gegenwart, die bedrohlich aufscheint, ohne dass sie in Worte gefasst werden müsste. Erkennbar wird eine Gesellschaft, die keine ist. »There is no such thing as society«, wusste die Eiserne Lady Maggie Thatcher; ihre eiskalte Analyse zielte darauf, dass nur der Einzelne verantwortlich ist für sich und sein Schicksal.

 

Und so folgt Schimmelpfennigs Erzähler mit tiefgekühlter Emotionslosigkeit seinen Figuren und ihrer Bestimmung: Zwei jugendliche Ausreißer, ein polnischer Bauarbeiter, eine depressive Künstlerin, ein Kioskbesitzer und sein Wahn – sie gehen ihre Wege, treffen und verfehlen einander, hineinmontiert in einen Reigen und wie schockgefrostet in ihrem Tun. 

 

Tanja Schulz ist Öffentlichkeitsarbeiterin am Schauspiel Hannover. Dort hatte 2010 Der Goldene Drache Premiere, ein preisgekröntes Stück vom meistgespielten deutschen Gegenwartsdramatiker: Roland Schimmelpfennig. Mit ihm spricht Tanja Schulz über seinen Roman, wo die Gegenwart gar nicht golden scheint.

Montag | 13. 6. 2016 | 20 Uhr

© Heike Steinweg

Conti-Hochhaus, 14. Etage

Leibniz Universität Hannover

Königsworther Platz 1

Literaturhochhaus

 

 

9/5€ ermäßigt

Was andere lakonisch nennen, nennt er direkt: Roland Schimmelpfennig, lässiger Parataktiker, interessanter Gesprächspartner, beachtlicher Romandebütant sowie Deutschlands meistgespielter Dramatiker war am Montag bei uns im Literarischen Salon, vorzüglich moderiert von Tanja Schulz vom Schauspiel Hannover.

Foto: (c) Janek Stroisch

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