#regrettingmotherhood

Marias Reue
Orna Donath (Soziologin, Be’er Sheva)

Polemisch könnte man sagen, dass sich am Mythos Mutter seit den 1960er Jahren und Heintjes Anrufung seiner Mama kaum etwas getan hat. Denn: Die Erkenntnis, dass zahllose Frauen in der Mutterschaft nicht die gesellschaftlich vorgeschriebene Erfüllung finden, führte im letzten Jahr zu einer heftigen Debatte unter dem Hashtag #regrettingmotherhood, vor allem in Deutschland. Hervorgerufen hatte sie die israelische Soziologin Orna Donath, die an der Ben-Gurion-Universität über gesellschaftliche Erwartungen forscht, die an Frauen, Mütter wie Nichtmütter, gestellt werden.

 

Aus den Ergebnissen ihrer Studie hat Donath nun ein Buch gemacht, in dem die Mütter selbst von ihren Erfahrungen berichten: Regretting Motherhood – Wenn Mütter bereuen heißt das starke Plädoyer dafür, dass Frauen, die ihre Kinder lieben, aber trotzdem nicht Mutter sein wollen, nicht etwa Rabenmütter sind. Sondern vielmehr, dass Mutterschaft ein oftmals bewusst wie unbewusst aufgezwängter Lebensweg ist.

 

Im simultangedolmetschten Gespräch mit Charlotte Milsch erklärt Donath die Dimension dieses Tabus.

Montag | 14. 3. 2016 | 20 Uhr

© Tami Aven

Conti-Hochhaus, 14. Etage

Leibniz Universität Hannover

Königsworther Platz 1

Kultur:Wissenschaft

 

9/5€ ermäßigt

Warum es für eine Mutter kein Widerspruch sein muss, ihr(e) Kind(er) zu lieben und ihre Mutterschaft dennoch zu bereuen – das erklärte Orna Donath (»I want to look back into society's eyes«) Moderatorin Charlotte Milsch (li.) und dem Salon-Publikum vor sehr vollem und interessiertem Haus. Ein toller Programmauftakt.

Foto: (c) Ludwig Schöpfer

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