»Armutssafari«

Trainspotting for real: Ein schottischer Rapper erzählt von weit unten
Darren McGarvey/»Loki« (Autor / Rapper, Glasgow)

Er kann sich Trainspotting bis heute nicht ansehen — weil sich Darren McGarvey, der in Schottland unter dem Namen »Loki« als bekanntester Rapper gilt, dann eine Dokumentation über sein eigenes Leben in einem Glasgower Problemviertel ansehen müsste.

 

Die Szenen sind ohnehin in seinem Kopf. Wie ihn seine alkoholkranke Mutter mit einem Tranchiermesser verfolgte, als er fünf Jahre alt war. Wie sie die Familienmöbel im Garten anzündete oder wie sie sich vor seinen Augen Drogen spritzte. Sie starb mit 36, Zirrhose. Später kämpfte McGarvey selbst gegen Drogen und Alkohol. Aber er befreite sich, begann zu rappen und zu schreiben. Im letzten Jahr gewann er mit seinem Buch Armutssafari, das die verheerenden Folgen der Armut durchdekliniert, den renommierten Orwell Prize.

 

Das Buch ist allerdings weit davon entfernt, einen Zoo der Betroffenheiten zu präsentieren, sondern liefert, wie es Trainspotting-Autor Irvine Welsh ausdrückt, »nicht weniger als ein intellektuelles und spirituelles Rehabilitationsprogramm für die progressive Linke«.

Montag | 2. 12. 2019 | 20 Uhr

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