»Propaganda«

Von einem, der auszog, Geschichten zu erzählen
Steffen Kopetzky (Autor, Pfaffenhofen)

John Glueck, Held in Steffen Kopetzkys neuem Roman Propaganda, kommt gut rum: New York, Frankreich, Deutschland, Kalifornien, Südostasien, Missouri. So wie seine Vorgänger: Da jagte in Grand Tour (2002) ein Schlafwagenschaffner quer durch Europa eine kostbare Uhr, da geriet in Der letzte Dieb (2008) ebendieser von Monaco nach Berlin in eine Nazi-Schatzsuche, und da reiste in Risiko (2015) ein Marinefunker auf Geheimmission in den Hindukusch.

 

Abenteuerromane? Auf jeden Fall, bloß diesmal will man in der Haut des Helden so gar nicht stecken. Die ist nämlich komplett zerstört, nach einem Unfall in Vietnam, dem Sündenfall der USA – dem Land, das immer gewinnt, weil es das beste ist. So selbstbewusst und siegesgewiss war Glueck 1944 noch nach Deutschland gereist, ins Land seiner Ahnen. Hier suchte er eine gute Propaganda-Story, mit dem größten aller Storyteller als Star: Papa Hemingway.

 

Daraus wurde nichts. Krieg ist kein Abenteuer, und das beste Land schreibt vielleicht die besten Storys, aber sicher keine makellose Geschichte, macht Kopetzky mit Propaganda deutlich und spricht darüber mit Salon-Moderator Jens Meyer-Kovac.

Montag | 28. 10. 2019 | 20 Uhr

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