»In den Straßen die Wut«

L. A., Mai 1992 – Gangland im Chaos
Ryan Gattis (Autor, Los Angeles)

Der Staat hat die Kontrolle verloren, Gewalt regiert die Straßen, Clans und Banden beherrschen das Feld. Ein »Failed State«-Szenario, irgendwo in Zentralafrika? Befinden wir uns in Syrien oder Afghanistan? Überhaupt nicht, auch in den Metropolen der sogenannten »Ersten Welt« ist so etwas möglich. Wie 1992, als Chaos in Los Angeles herrschte.

 

Auslöser war ein Freispruch für vier Polizisten, die gegen den Afroamerikaner Rodney King roheste Gewalt geübt hatten. Über sechs Tage folgten Plünderungen, Morde und Brandstiftungen, genutzt wurde das von rivalisierenden Gangs. Hauptsächlich aus deren Perspektive erzählt Ryan Gattis in seinem intensiv recherchierten, atemlosen und blutigen Roman In den Straßen die Wut. So plastisch und nachvollziehbar folgt er den Ritualen und Regeln in den Ganglands von L. A., dass kaum ein US-Rezensent am Vergleich mit der HBO-Serie The Wire vorbei kam; der Sender hat sich inzwischen die Rechte am Stoff gesichert.

 

Ryan Gattis liest aus dem Original All involved, die deutschen Passagen übernehmen Schauspieler Matthias Buss und seine Kollegin Alexandra Martini und das simultangedolmetschte Gespräch mit dem Autor führt Jens Meyer-Kovac.

Montag | 21. 3. 2016 | 20 Uhr

© Sam Tanney

Conti-Hochhaus, 14. Etage

Leibniz Universität Hannover

Königsworther Platz 1

Atlas der Literaturen

 

9/5€ ermäßigt

»That's when it hits me I'm staring at a war zone. In South Central. [...] And badges don't mean shit.« Am Montag las der US-Autor Ryan Gattis ein kurzes Stück aus seinem Buch In den Straßen die Wut bzw. aus dem Original All Involved. Diese acht Minuten gehören zu den besten Lesedarbietungen, die der Salon je bei sich erleben durfte. Und deshalb stellen wir das ausnahmsweise mal online. Vielen Dank an Ryan für die Erlaubnis dazu – und für einen selten intensiven Abend. Vielen Dank auch an die nicht minder guten deutschen Stimmen der Schauspieler Matthias Buss (ganz links) und Alexandra Martini (ganz rechts). Moderator Jens Meyer-Kovac.

Foto: (c) Janek Stroisch

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