Globulisierungskritik

Homöopathie – Wirkung ohne Wirkstoff
Norbert Schmacke (Gesundheitswissenschaftler, Bremen)

Wer wenig weiß, der muss viel glauben. Bei der Homöopathie gilt das auch: Es gibt keine wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber, wie sie wirkt. Das spielt für die Verteidiger dieser Behandlungsmethode keine Rolle. Nicht wie, sondern dass Homöopathie heilt, ist für deren Anhänger entscheidend. Und sie verweisen auf weitere Vorteile: Erkrankungen würden ganzheitlich betrachtet – und nicht als möglichst rasch zu behebender körperlicher Defekt; außerdem seien die Heilmittel sanft und natürlich. Wo die sogenannte »Schulmedizin« versagt, hat die Homöopathie es leicht: Sie nimmt sich Zeit, anders als durchgetaktete Fallpauschalen-Medizinbetriebe.

 

Und Nebenwirkungen? Fallen aus – denn Globuli (also Homöopathika) enthalten gar keine Wirkstoffe. Das ist Stand der Wissenschaft und damit auch Haltung des Mediziners Norbert Schmacke. Der obendrein feststellt: Der Glaube an die Globuli (so der gleichnamige Titel des von ihm herausgegebenen Buches) ist nicht etwa bei wenig Gebildeten, sondern bei akademischen Vielwissern verbreitet.

 

Kaum zu glauben, findet Jens Meyer-Kovac.

Montag | 4. 4. 2016 | 20 Uhr

© privat

Conti-Hochhaus, 14. Etage

Leibniz Universität Hannover

Königsworther Platz 1

Kulturphänomene

 

7/4€ ermäßigt

Ein Abend zwischen Verbraucherschutz, Ersatz-Religion und Medizinkritik: Norbert Schmacke bewies am Montag kenntnis- und abwechslungsreich, dass Homöopathie ein echtes Kulturphänomen ist – links Moderator Jens Meyer-Kovac.

Foto: (c) David Carreno Hansen

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