»Drei Kameradinnen«
Die Wut in der Stimme verdeckt nicht die Wahrheit


Shida Bazyar (Autorin)

 

Saya, Hani und Kasih: drei Freundinnen, die sich nach sechs Jahren wiedersehen. Für ein paar Tage wollen sie wieder zu-sammen sein: mit dem Bier vom Späti auf dem Dach sitzen und reden, frühstücken, abends feiern gehen, nur so, am Wochenende noch die Hochzeit ihrer Freundin.

 

In Shida Bazyars Drei Kameradinnen berichtet Kasih, was in diesen Tagen passiert – bis zum dramatischen Schluss. Sie wird sich als zornige, nie ganz zuverlässige Erzählerin erweisen, aber – alles, was Kasih sagt, ist wahr: die Siedlung ihrer Kindheit, die dazu diente, »Leute wie uns in irgendeine Ecke der Stadt zu verbannen«; die Fragen, »wer wieviel von welchem Knollen-gewächs isst«, die Blicke, die Sprüche und dann der Hass. Woher die Familien der drei Frauen stammen, dazu verweigert Kasih bewusst jede Auskunft. Das war in Shida Bazyars hochgelobtem Debüt Nachts ist es leise in Teheran über eine aus dem Iran geflüchtete Familie noch anders. Passt so, findet Anja Johannsen, Chefin des Literarischen Zentrums Göttingen und in diesem Jahr Jurorin beim Deutschen Buchpreis.


 

Montag | 14. 6. 2021
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©   Tabea Treichel.

online ab 20 Uhr

Reihe: Literaturhochhaus

 

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