Jetzt wieder dabei: Nachhören von Veranstaltungen

Weil es in der Vergangenheit immer wieder Nachfragen gegeben hat, haben wir uns entschlossen, unsere Veranstaltungen zum Nachhören wieder online zu stellen. Nicht für immer, aber für ca. 14 Tage. Gucken Sie mal rechts auf dieser Seite, da können Sie schon mit Katja Oskamp loslegen.
Viel Vergnügen beim Hören wünscht –

das Salon-Team

Vom Kopf auf die Füße – ein Problemviertel aus anderer Perspektive

© P. Winkler

Katja Oskamp (Autorin, Berlin)

Was tun, wenn man des Literaturbetriebs überdrüssig wird und dringend einen Tapetenwechsel braucht? Autorin Katja Oskamp entscheidet sich für einen Neuanfang in Berlin-Marzahn. Als Fußpflegerin. Was für andere vielleicht Scheitern bedeuten würde, hat Oskamp näher an die Menschen gebracht – und an ihre Geschichten. Umgeben von grauen Plattenbauten, zwischen Kriminalität, Armut und Arbeitslosigkeit betrachtet sie die Einwohner*innen Marzahns im Fußpflegestudio ganz unvoreingenommen von ihren Füßen aus – und schreibt letztendlich doch wieder ein Buch. Herausgekommen ist ein unverwechselbares und authentisches Abbild der Charaktere hinter den Klischees des Plattenbaubezirks.

 

Moderatorin Amelia Wischnewski (NDR Kultur) fragt nach den Begebenheiten des Jobwechsels, den Menschen aus Marzahn und dem Paradoxon: dem Buchschreiben entfliehen, um dann doch wieder ein Buch zu schreiben?

Montag,  9. 12. 2019
20 Uhr | Einlass ab 19. 30 Uhr
14. Stock Conti-Hochhaus
Eintritt 8/5 €

Herzlichen Glückwunsch, Deniz Utlu! Mittwochabend hast du bei uns den Literaturpreis der Landeshauptstadt Hannover verliehen bekommen — und soviele Umarmungen und Streicheleinheiten wie noch kein(e) Autor(in) bei uns zuvor. Alles hoch verdient!
Und danke auch, dass du am Vormittag das Kulturmanagement-Seminar beehrt hast, das der Salon an der Leibniz Universität Hannover gibt.
Vor dem Mikro und vollem Haus gratulierten Kulturdezernentin Konstanze Beckedorf (li.) und Laudatorin Ulrike Draesner. Wie auch Moderator Joachim Dicks von NDR Kultur.
Musik machte Dea x Machina.
Vielen Dank an die Beteiligten und vor allem an die Stadt Hannover, insbesondere an Petra Rudszuck, stellvertretende Präsidentin der Region Hannover.
Foto: Victor Hedwig

Die Geständnisse des Fleisches — komplexer, spannender Foucault-Abend zu Band IV von Sexualität und Wahrheit mit dem hannoverschen Schauspieler Silvester von Hößlin (Foto li.), Moderator René Aguigah von Deutschlandfunk Kultur, (2.v.l), Martin Saar, Professor an der Frankfurter Goethe-Universität, sowie Marita Rainsborough, die in Lüneburg und Kiel lehrt.
Vielen Dank an die Region Hannover für die Förderung unserer Reihe "Kultur:Wissenschaft".
Foto: Victor Hedwig

Eine Geschichte des Sammelbildalbums 1860–1952

Die Historikerin Judith Blume erzählte am Montag dem Salon-Publikum (erfreulich zahlreich, wenn das "Nische" ist, ists ok) die Geschichte eines Massenmediums, das vor dem Fernsehzeitalter von zentraler Bedeutung war: Sammelbilder. Ihr Buch Wissen und Konsum (Wallstein Verlag) gab Salon-Moderator Matthias Vogel ordentlich Anlass zu fragen und zu staunen. Vielen Dank an die Region Hannover für die Förderung unserer Reihe "Kultur:Wissenschaft".

Foto: Konstantin Tönnies

Schwer zu sagen, welche Frage uns zuletzt mehr umgetrieben hat: die des Berliner Kristallzüchtungsstudenten Owen Ernst (»Was geschieht, wenn die Sonne auf Steine scheint?«) oder die des Berliner Infektionsbiologiedoktoranden Paul Morath (»Warum solltest du deine Pickel lieben — und was hat das mit neutrophilen Superzellen zu tun?«). Auf jeden Fall haben wir die Antworten geliebt.
Außerdem gab es bei unserem ersten Science Slam gestern Abend, den wir zusammen mit der IdeenExpo veranstalteten, »iagendwos mid Gruppn« (Mathematikerin Judy Alcock-Zeilinger aus Tübingen), viel »Power-to-X« (»Sexy Energiewende«) mit der Sozialforscherin Julia Epp (Berlin) oder den Vortrag des Aachener Biologen David Spencer, der »pro Gentechnik und trotzdem voll der Öko« ist.
Gewonnen aber hat, kicher, ein Hannoveraner, der vier Stockwerke über dem Salon-Büro wirkt: der Linguist Francois Conrad (auf dem Foto rechts), der den knapp 700 Menschen im total vollgepfropftffpfften Audimax erklärte, »warum das Deutsche (akustisch) so schön (hart)« klingt bzw. wie, um es mit dem irischen Comedian Dylan Moran zu sagen, »eine Schreibmaschine, die Alufolie frisst und die Kellertreppe hinuntergetreten wird«.
Mächtig Stimmung am Mittwoch, viel Applaus für alle Beteiligten sowie u.a. die Erkenntnis, dass Halbleiter promovieren können oder Pflanzen buchstäblich »zum Sitzen geeignet« sind.
Großen Dank an die Moderatoren Jan Egge Sedelies und Anna Noack sowie an die VHV-Stiftung.
Fotos: Jan Richard Heinicke

Ziemlich coole Moderationspremiere unserer Volontärin Mariel Reichard (21 J., li.) am Mittwoch unter dem Titel »Youth for Future« und auf der großen Bühne des Uni-Lichthofs: Souverän dirigierte sie das Gespräch zwischen Ricarda Lang, Sprecherin der Grüne Jugend, Ragna Diederichs von Fridays for Future Deutschland sowie Kevin Kühnert, Vorsitzender der Jusos in der SPD.
Letzterer war mit seinen 30 Jahren sozusagen der Podiumsgreis; tatsächlich, so Kühnert, müsste er mit 32 Jahren in der Altherrenmannschaft eines Fußballvereins spielen, während das Alter im Politikbetrieb »Krabbbelgruppe« sei. Was ja schon einiges darüber sage, wie gut »die Jugend« in unserer Demokratie repräsentiert sei. Er glaubt, dass die Jugend die Kernwerte der SPD besser vertreten könne, zum Beispiel die Notwendigkeit, Politik auch für jene zu machen, »die eher Angst vorm Ende des Monats als vorm Ende der Welt haben«.
Gegen das Ende der Welt — also vor allem gegen die Klimakrise — protestiert Ragna Diederichs (18 J.; 3.v.li.) im Rahmen ihres Friday-for-Future-Engagements. Auffällig sei, wieviel mehr junge Frauen dabei seien als Männer — die Vorbilderinnen machens wohl (Thunberg, Neubauer). Der Erfolg von FFF habe viel mit Social-Media-Kompetenz zu tun, sei aber letztlich nur ein Scheinerfolg: »Alle reden über uns, aber nichts ändert sich!« Und das, findet sie, rechtfertige auch zivillen Ungehorsam.
Ricarda Lang (25 J.; 2.v.li.) schließlich beklagt, wie Kühnert, das frappante Unterrepräsentiertsein der Jugend in unseren öffentlich-demokratischen Prozessen. Besonderes Augenmerk in ihrer Beschwerde legt die Feministin auf die Rolle der jungen Frauen, über deren Köpfe sozusagen doppelt hinweg entschieden werde, weil sie eben 1.) junge 2.) Frauen seien.
Großen Dank an die VHV-Stiftung für die Förderung unserer Reihe In Zukunft!
Foto: Konstantin Tönnnies

Zwischen Pynchon und Forrest Gump: Am Montag trafen sich auf unserer Bühne Salon-Moderator Jens Meyer-Kovac (li.) und Steffen Kopetzky, Autor von Propaganda (Rowohlt Verlag), eines »großen amerikanischen Romans« (Frankfurter Rundschau). Vielen Dank an die Stiftung Niedersachsen für die Förderung unserer Reihe "Literaturhochhaus"; Shoutout an Dorle Kopetzky.
Sowie einen Glückwunsch an Rafael Heygster (www.rafael-heygster.com), einer unserer Veranstaltungsfotografen, der die Bilder zum "Propaganda"-Abend gemacht und gerade den Otto-Steinert-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie gewonnen hat!

Das waren Zeiten. Willste als junger Journalist beim Stern arbeiten, rufste an, geht Henry Nannen ans Telefon und die Sache läuft. Und wie. Interessante Einblicke gestern im Audimax in das Leben von Manfred Bissinger und eine der wichtigsten journalistischen Karrieren der Bundesrepublik, flankiert von Erinnerungen und Bemerkungen eines gewissen Gerhard Schröder. Viel wurde mit Salon-Moderator Jens Meyer-Kovac auch über die derzeitgen Zustände der SPD gesprochen, der Bissinger eine "Todessehnsucht" attestiert, die sich zB darin manifestiere, dass man mit großer Mehrheit Vorsitzende wähle, um am Tag danach damit zu beginnen, sie zu »killen«. Hermann Schmidt und Miriam Bernhardt, Autoren der Bissinger-Biografie Der Meinungsmacher (Berg & Feierabend Verlag), die den Anlass für die gestrige Veranstaltung lieferte, lasen ausgewählte Stellen.
Vielen Dank an das zahlreiche Publikum sowie vor allem an die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung für die Förderung unserer Reihe "Partizip Präsens".
Fotos: www.rafael-heygster.com/

Ein »trauriger, aber auch schöner Abend«. SZ-Redakteurin Meredith Haaf (links), die Moderatorin unseres Abends mit Ärztin Kristina Hänel, brachte es abschließend auf den Punkt.

Traurig: Weil schmerzhaft klar wurde, wie wenig es uns gelungen ist zu verhindern, »dass der Uterus dem Staat gehört« (Hänel). Was man u.a. an dem restriktiven §219a erkennen könne, der vor allem den Abtreibungsgegnern in die Hände spiele. »Jeder hier im Raum darf informieren — nur ich nicht«, sagte Hänel, und alle schauten sich ungläubig an. Und es sei noch schlimmer: Die Versorgungs- und Informationslage für Frauen, die abtreiben wollen/müssen, verschlechtere sich zusehends, so Hänel, doch »Frauen brauchen Informationen, Frauen brauchen Adressen«! Warum das so ist, versteht jede(r), der Hänels Buch Das Politische ist persönlich (Argument_Ariadne) gelesen hat.
Schön, sogar sehr schön: Weil unser Raum komplett ausverkauft und voller junger Menschen war; weil sich Hebammen, Medizin- oder Psychologiestudentinnen zusammenfanden, die einem anregenden, emotionalen Gespräch mit eingestreuten Lesungen konzentriert folgten, anschließend kluge, präzise Fragen stellten und am Ende teils stehend applaudierten. Das fühlte sich alles viel eher nach Zukunft als nach Traurigkeit an.
Ein idealer Auftakt unserer Reihe "Partizip Präsens", die dankenswerterweise von der Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung gefördert wird.
Foto: Konstantin Tönnies

Von Möglichkeitsräumen und unmöglichen Räumen: Jan Brandt (mi.) und Constantin Alexander (re.) wechselten während ihres Wohntalks mit Moderator Jan Egge Sedelies bei uns am Montag munter die Milieus. Vor vollem Haus ging es von Wohnungen in der Stadt zu Häusern auf dem Land; vom Ihme-Zentrum, wo man, so Alexander, so gut wohnen könne wie nirgends sonst in Hannover, auch wenn es, zugegeben, stellenweise so aussehe wie »das, wo im Tatort einfach Menschen verschwinden«. Ansichtssache, sagt er, lasst uns die Betonkiste mal reframen und eine Sonderentwicklungszone draus machen.
Jetzt aber über Geschichten von Mietwahnsinn in Berlin, wo sich Hunderte von BewerberInnen durch Wohnungsbesichtigungen quetschen (Brandt: »Ich war neidisch auf alle Leute, die wohnten.«), schnell zum uropalichen Hof von Jan Brandt im ostfriesischen Ihrhove, den zu erhalten ihm nicht gelang und der von bezug- und traditionsloser Nullarchitektur ersetzt wurde, die »dem Dorf den Arsch zeigt«. Toller Abend, danke an das Podium; danke an das zahlreiche Publikum sowie an die VHV-Stiftung für die Förderung unserer Reihe »In Zukunft«.
Foto: Jan Richard Heinicke

Kurz und gut: Der Auftritt von Christoph Lieben-Seutter, der nach einer für den Salon etwas unglücklichen Fahrplanreform schon den Zug um 21.59 Uhr zurück nach Hamburg nehmen musste. Der Intendant der Elbphilharmonie Hamburg ist eben schwer beschäftigt. Schwer beschäftigen tun Lieben-Seutter die notorischen Akustik-Vorwürfe oder Jonas-Kaufmann-Debatten aber längst nicht mehr, sagte er Salon-Moderator Joachim Otte (li). Vielmehr versucht der Elphi-Chef immer wieder, als sozusagen größter Fan seines Hauses so naiv und unvoreingenommen wie möglich in dasselbe zu wandern.
Was ist "klassische Musik", Herr Lieben-Seutter? Gute Frage. Komponierte Musik. Aber vielleicht auch Jazz. Oder die Beatles?
Leuchtturm oder Gießkanne? Gießkanne ist gut, gibt eben nur was anderes. Neinnein, Leuchttürme kosten zwar Geld, sind die Investition aber wert, wenn man es richtig macht, sagte er, als es um Hannovers Kulturhauptstadtbewerbung ging. Sprachs, scannte sich einen Roller frei, und escooterte flugs zum Hauptbahnhof zurück, wo er seinen Zug sicherlich bekommen hat.
Vielen Dank an die HörRegion Hannover für die Förderung unserer Reihe "Compose&Co".

Foto: Jan Richard Heinicke

Auftakt mit Ausfall: Ulla Lenze musste mit Fieber in Berlin bleiben, war aber doch in Geist und Wort anwesend, als Annika Reich (re.) und Rabab Haider am Montag auf unserer Bühne (bzw der des Literaturfest Niedersachsen; vielen Dank für die Kooperation!) miteinander sprachen. Vor einem Jahr flüchtete Haider aus Syrien nach Deutschland, doch schon vorher bot ihr das Projekt "Weiter Schreiben", durch das sie Reich und Lenze kennenlernte, ein »Fenster nach Deutschland«. Wir lernten durch Haiders Geschichten u.a. den Alltag im Bürgerkrieg kennen und Menschen, die »eine Revolution für die Würde des Menschen« gemacht haben.
Derzeit schreibt sie an ihrem dritten Roman, der von Günter Orth, der auch die Simultandolmetscherei übernahm, übersetzt wird. »Ich wünsche mir, dass wir in zwei Jahren, wenn Ulla Lenze wieder gesund ist, zusammmen auf Lesereise gehen«, sagte Annika Reich am Ende unseres Programmauftakts. So do we. Gute Besserung, gerne auch ein wenig schneller. Und gutes Gelingen, Rabab Haider.
Vielen Dank an die VGH-Stiftung für die Förderung unserer Reihe "Atlas der Literaturen".

Foto: Konstantin Tönnies

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Eintrittskarten

Die Abendkasse öffnet eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn.

Kartenreservierung/VVK (zzgl. Gebühr):

Buchhandlung Decius,

Marktstraße 52, Tel. (0511) 364 76-10 oder per E-Mail unter:

info@decius-hannover.de

Ermäßigter Eintritt für SchülerInnen, Studierende, Azubis, InhaberInnen eines HannoverAktivPass, Schwerbehinderten- oder Arbeitslosennachweises. 1 Euro Rabatt mit NDR Kultur Karte.

FREIER Eintritt zu allen Salon-Veranstaltungen in 2019!

Mit der Jahresmitgliedschaft im Förderkreis Literarischer Salon e.V.

Veranstaltungen nachhören

Jeweils bis ca. 14 Tage nach einer Veranstaltung können Sie diese hier nochmals anhören.

Wir starten mit ...

Katja Oskamp, 9. 12. 2019
00:00 / 1:46:00

Weitere Termine

​​Die Veranstaltung mit Bettina Wilpert am 11. 12. in der Reihe »wg.literatur« ist bereits ausverkauft.

Ralf Raths am 13. 1. 2020

Miku Sophie Kühmel in der Reihe »wg.literatur« am 16. 1. 2020

Erik Marquardt am 20. 1. 2020

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