Die Musik ist eine der wenigen allegorischen Darstellungen unserer Gefühle, die ihre Bilder zeichnet und zugleich evoziert. Kopf und Bauch führen das Gespräch ihres Lebens. Und wir glauben: die elektronische Musik ist sein Inbegriff. – Wir möchten mit ›Signature MOVE‹ eine Reihe nach draußen schicken, die dieses Gespräch erst multiperspektivisch entfacht, sinnlich dockt an Orten, wo dann Soghaftes vom Sitz reißt. Und so brennen wir darauf, zum Auftakt Thomas Fehlmann als Wegbereiter elektronischer Musik vorzustellen.
Den gebürtigen Schweizer lockt Sigmar Polke zum Kunststudium nach Hamburg, wo er 1980 Palais Schaumburg mitbegründet, um dann in Berlin das Plattenlabel Teutonic Beats aufzuziehen. Fehlmann produzierte und macht selbst Platten, ist ›floating member‹ der Gruppe The Orb und hat kürzlich mit Titan One bei kompakt Gustav Mahlers 1. Symphonie umlegiert und eine elektronische Ader zum Herz der Klassik gelegt. Alexander Perrey (Literarischer Salon) erkundigt sich nach den Rhythmusgeräuschen und ihrer Geschichte. Und entlässt Sie direkt auf die Tanzfläche der Cumberlandschen Galerie.
Ort:
Cumberlandsche Galerie
Schauspielhaus Hannover
Prinzenstraße 6, 30159 Hannover
Beginn:
Gespräch: 21 Uhr / Live-Set ab 22:30 Uhr
Eintritt:
Gespräch: 8 EUR / Live-Set: 10 EUR / Kombi-Ticket: 15 EUR
Abendkasse ab 20 Uhr
Kartenreservierung über 0511-762 8232 oder info@literarischer-salon.de
Mal im Ernst. Da schreibt ein elektronisch säkularisierter Schriftsteller angesichts einer Armada von Kommunikationstechniken, im planetaren Sperrfeuer fordernder Ansprachen, einen Roman über Struktur. Von Momenten, in denen Ariadnefäden eine Ordnung zeigen.
Und in dieser Zeit also findet Navid Kermani mit »Dein Name« Ruhe für einen 1232 Seiten-Roman. Einen, in dem der Protagonist seinen trägt: Navid Kermani lässt einen »Navid Kermani« die Geschichte seines Großvaters, auch aber Rock und Mystik, Katholizismus und Sex, Osten, Westen, Jean Paul und Hölderlin so schön Funken schlagen, dass sein Verlag Kermanis dicken Brocken schon vorab hoch dekorierte: Ein »Roman, wie es noch keinen gegeben hat … wird für jeden Leser das Bild der Gegenwart nachhaltig verändern«.
Dafür hätte der habilitierte Orientalist und Autor theoretischer wie epischer Bücher – als Mitglied der Akademie für Sprache und Dichtung und Träger des diesjährigen Hannah-Ahrendt-Preises – das richtige Werkzeug. Zur Nikolaussitzung wird Alexander Perrey die beiden Kermanis fragen, ob ihre Begegnung nicht doch ein Zufall war.
Ort:
Conti-Hochaus, 14. Etage
Leibniz Universität Hannover
Königsworther Platz 1
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 7 EUR / 4 EUR
Sie kriechen ihm zu, all diese Geschichten. Der namenlose Erzähler arbeitet als »Dolmetsch« für die Schweizer Einwanderungsbehörde. Er übersetzt die Fragen von »Petrus« und die Antworten der osteuropäischen »Gesuchsteller«, die auf Einlass ins »Paradies« hoffen. Bestürzende Geschichten bringen sie vor: von Vergewaltigung, Mord, politischer Verfolgung, Antisemitismus und Krieg - manche wahr, manche erfunden, wer weiß?
Im Kopf des Dolmetsch entwickeln sie ein Eigenleben, vermischen und multiplizieren sich zu einem Panoptikum epischen Leidens. In polyphoner Erzählweise verwebt Michail Schischkin biografische, historische und fiktionale Erzählstränge, Alltag und Mythos.
In Russland ein gefeierter, mit Bulgakov und Nabokov verglichener Autor, war der seit 1995 in Zürich lebende Schischkin im deutschen Sprachraum bisher so namenlos wie sein »Dolmetsch«. Das wird sich nun im Gefolge der ersten und kongenialen Übersetzung durch Andreas Tretner ändern. Er und der Autor lassen im Salon Wortranken wachsen.
– Mit Unterstützung von Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung –
Ort:
Conti-Hochaus, 14. Etage
Leibniz Universität Hannover
Königsworther Platz 1
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 9 EUR / 5 EUR
Als gegen Ende des Jahres 1924 im schlesischen Münsterberg der bestens beleumundete Karl Denke verhaftet wurde und sich in seiner Zelle erhängte, konnte bei der anschließen- den Wohnungsdurchsuchung das Entsetzen kaum größer sein: In verschiedenen Gefäßen fand man gekochte und gepökelte menschliche Überreste, zwei Schachteln enthielten über 400 Zähne, mehrere Hosenträger und Riemen aus Menschenhaut lagen herum.
Mehr als 31 Menschen soll Denke getötet haben - ein Fall, der alle vor ein Rätsel stellte. Wie konnte es möglich sein …? – Peer Meter, der bereits die Szenarios für »Gift« (über Gesche Gottfried; Zeichnungen: Barbara Yelin) und »Haarmann« (Zeichnungen: Isabel Kreitz) geschrieben hat, legt mit »Vasmers Bruder« nun den dritten Teil seiner Serienmörder-Trilogie vor und konnte David von Bassewitz für die Zeichnungen gewinnen.
An diesem Abend gibt es einen Einblick in die Comic-Werkstatt, denn »Vasmers Bruder« ist noch im Entstehen. Kein Problem, findet Comicredakteur und Moderator Frank Neubauer.
Ort:
Conti-Hochaus, 14. Etage
Leibniz Universität Hannover
Königsworther Platz 1
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 7 EUR / 4 EUR
Die Menschheit ist mobil geworden, Distanzen sind geschrumpft. Auch bei der Partnerwahl. Ging man vor hundert Jahren im Radius von 60 Kilometern auf Brautschau, finden heute Liebende aus aller Herren Länder zueinander: per Partneragentur, auf Facebook, an beruflichen Stationen im Ausland, als Arbeits- und Heiratsmigranten.
Während die Normalfamilie als Prototyp seit Jahren erodiert, bilden sich weltweit immer mehr Paarungen, die einer Kampagne von Benetton entsprungen sein könnten. Globalisierung schafft Nähe. Aber auch Trennungen: Viele Paare und Familien müssen über große Distanzen zusammenhalten, wenn der Job, die Karriere oder die blanke Not einen von ihnen in die Ferne verschlägt.
Das ganz normale Chaos der Liebe, das Beck und Beck-Gernsheim vor zwei Jahrzehnten beschrieben haben, geht in den »Weltfamilien« von heute munter weiter. Dass Liebe aber auch große Distanzen überwinden kann, lässt nicht nur Soziologen an der romantischen Option festhalten. Eckhard Stasch zeigt sich ansteckungsbereit.
– Der Salon zu Gast bei der Partnerbuchhandlung –
Buchhandlung DECIUS, Marktstr. 52, 30161 Hannover
Ort:
Buchhandlung DECIUS
Marktstr. 52
30161 Hannover
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 9 EUR / 5 EUR
Immer mehr Städter entscheiden sich für das Landleben. Sie wohnen in energetisch sanierten Bauernhäusern, die Kinder laufen barfuß zum Ponyhof, und wenn abends der Ernährer aus der Stadt heimgefahren kommt, wird frischer Salat vom eigenen Beet aufgetischt. Die neue Landlust ist ein Lifestyle-Trend, der die Einheimischen allerdings befremdet.
Wer seine Erwerbsgrundlage auf dem Land hat, dem ist nicht nach Entschleunigung und Ursprünglichkeit zumute, sondern der muss sich mächtig am Riemen reißen, um zu Potte zu kommen. Das wirkliche Leben auf dem Land ist keine rosige Perspektive, und der ländliche Raum jenseits der urbanen Speckgürtel steht in vielerlei Hinsicht auf der Kippe, ökonomisch und kulturell abgehängt zu werden.
Der aufs Land gezogene Städter und Buchautor Brüggemann (Landfrust) und die nur mal zum Studieren weggewesene Landwirtin von Eller-Eberstein haben da ihre ganz eigenen Erfahrungen. Inwieweit diese typisch sind, fragt Eckhard Stasch.
– Gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur –
Ort:
Conti-Hochaus, 14. Etage
Leibniz Universität Hannover
Königsworther Platz 1
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 7 EUR / 4 EUR
Unsere Schulleistungen international nur Mittelmaß – der Schulerfolg von der sozialen Herkunft abhängig! Der erste PISA-Report war für Deutschland ein Schock. Nun wurde manches zum Besseren gewendet. Doch zehn Jahre Bildungsanstrengung haben Spuren hinterlassen.
Als gelte es, die Gauß'sche Normalverteilung zu widerlegen, trimmen sich die Sprösslinge der Bildungsschichten auf Exzellenz und zementieren so die Ghettos derer, die da nie und nimmer mitkommen. Diese Dynamik ist ungut, aber schwer zu stoppen. Denn »Bildungspanik« treibt die Neue Mitte um, konstatiert Heinz Bude. Familien formieren sich zu Coaching-Zonen und entfachen ein wahres Förderbombardement, damit ihre Kinder ganz vorn dabei sind.
Wo aber die Spitze zur Norm wird, geraten Schüler, Eltern und Lehrer unter permanenten Druck. Sind wir nach PISA auf einem guten Weg? Gilt Bildung noch als Bürgerrecht? Und wie wäre es, das solide Mittelmaß zu rehabilitieren? Fragen an die Schulleiterin und den Soziologen von Eckhard Stasch.
Ort:
Conti-Hochaus, 14. Etage
Leibniz Universität Hannover
Königsworther Platz 1
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 5 EUR / 3 EUR
Die Suche nach Wissenschaftsplagiaten führte die Schwärme der Internetgemeinde nicht zufällig in die Politik: Hier steht der Doktortitel in höchstem Kurs mit seiner Verheißung von Fleiß, Expertise und gediegener Kompetenz, hier geht es um die Zukunft des Landes, weshalb auch in keiner Parteitagsrede das Wort »Bildung« fehlt.
Die unrühmlichen Ergebnisse, die die Wikis »GuttenPlag« oder »Vroni-Plag« bei ihrer Überprüfung polit-prominenter Doktorarbeiten lieferten, sind bekannt. Womit ein Wiki-Prinzip erfüllt ist, das übrigens aus der Wissenschaft stammt: offengelegte Daten, nachvollziehbar dokumentierte und für jedermann überprüfbare Resultate.
Anke Domscheit-Berg arbeitet mit opengov.me an mehr Transparenz in Politik und Verwaltung, Tim Bartel gehört zu Wikia Deutschland, wo die Wikis laufen. Mit zwei Internet-Afficionados, die die Arbeit der Wiki-Schwärme aus nächster Nähe kennen, spricht Jens Meyer-Kovac über Jäger und Sammler im Netz.
– Der Salon zu Gast in der TIB –
Technische Informationsbibliothek, Welfengarten 1b
Ort:
Technische Informationbibliothek (TIB)
Welfengarten 1b, Altes Marstallgebäude
30167 Hannover
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 7 EUR / 4 EUR
Als glücklichen Deutschen bezeichnet sich Feridun Zaimoglu. Er ist hier gut angekommen: Mitte der sechziger Jahre im Säuglingsalter vom anatolischen Bolu aus in Berlin; später zum Kunst und Medizin studieren in Kiel, wo er bis heute lebt. Glücklich angekommen auch deshalb, weil er künstlerisch Erfolg hat. Mit seinem undergroundigen Debüt »Kanak Sprak« gelang ihm 1995 ein Coup. Etliche Romane und Erzählungen folgten, gefolgt von etlichen Literaturpreisen. Rückwärts betrachtet eine schöne Erfolgsgeschichte - aber jetzt bitte kein Rezept fürs Ankommen ableiten, warnt Zaimoglu.
In seinem neuen Roman »Ruß« wendet er sich einer Region zu, die schon vor 150 Jahren von Einwanderung geprägt war und zum deutschen Melting Pot avancierte: dem Ruhrgebiet. An einer Duisburger Trinkhalle, in der kauzigen Gesellschaft von gestrandeten Figuren, liest Zaimoglu seinen Protagonisten Renz auf und begleitet ihn auf einer abenteuerlichen Tour bis nach Warschau und zurück. Denn er hat noch eine offene Rechnung zu begleichen. Eckhard Stasch reist mit.
Ein Beitrag zum Kultur- und Musikfestival Yakamoz
– Gefördert vom Kulturbüro der Stadt Hannover –
Ort:
Conti-Hochaus, 14. Etage
Leibniz Universität Hannover
Königsworther Platz 1
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 9 EUR / 5 EUR
Einen großen Wurf hat man sich in Stuttgart vorgenommen: Man will den Hauptbahnhof um neunzig Grad drehen, ihn unter die Erde verlegen und einen neun Kilometer langen Tunnel bohren, damit die Züge künftig nicht mehr wenden müssen. Nun meint aber ein beträchtlicher Teil der Bürgerschaft, dass das Irrsinn ist: zu teuer, zu riskant und völlig unnötig.
Schon hat »Stuttgart 21« bundesweite Ausstrahlung entfaltet, vor allem durch sein innovatives Schlichtungsverfahren. Das ganze Vorhaben ist zum multilateralen Stresstest mutiert, über dessen Ausgang noch immer gerungen wird. Unter Experten steht »Stuttgart 21« emblematisch für einen Projektverlauf, den man um jeden Preis vermeiden sollte.
Doch kann man überhaupt angeben, wo das Kind in den Brunnen fiel? Und daraus Lehren ziehen? Drei LUH-Professoren aus den einschlägigen Fachgebieten legen dar, welchen Reim sie sich auf das Geschehen in der Schwabenmetropole machen. Bauleitung: Eckhard Stasch.
Ort:
Conti-Hochaus, 14. Etage
Leibniz Universität Hannover
Königsworther Platz 1
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 5 EUR / 3 EUR
Wann etwas begonnen hat im Leben, das lässt sich erst in der Rückschau erkennen, wenn überhaupt. Diese Lektion hat Erik gelernt, als er seine schwedische Ostseeinsel verlässt und damit Inez, seine Liebe. Der Auftakt von Antje Rávic Strubels Roman »Sturz der Tage in die Nacht« ist zugleich Anleitung für den Leser: Mittels erzählerischer Leerstellen, durch rausch- und fiebertraumhafte Episoden und stete Wechsel der Zeitebenen enthüllt Strubel nach und nach die Möglichkeit einer unerhörten Liebe.
Die Biografien der Beteiligten scheinen unheilvoll ineinander verkeilt, aber ihre schicksalhafte Begegnung lässt sich nicht nur so erzählen, sondern auch als deren Gegenteil – als planvolle Intrige mit Wurzeln in der deutschen Wendezeit, als Manipulation von Menschen und ihren Erinnerungen, aus denen sie ihr Selbst zu rekonstruieren suchen.
Spätestens seit ihren Romanen »Tupulew 134« und »Kältere Schichten der Luft« gehört die 1974 geborene Antje Rávic Strubel zu den besten Erzählerinnen ihrer Generation; mit Jens Meyer-Kovac spricht sie über den Zauber des Anfangs im Roman und im Leben.
Ort:
Conti-Hochaus, 14. Etage
Leibniz Universität Hannover
Königsworther Platz 1
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 7 EUR / 4 EUR
Stars seien Projektionsflächen, heißt es. Und unterhalten selbst ihrerseits eine dichotomische Beziehung zu ihren Fans, die ihr Idol ja alle zugleich betrachten können, während es für einen Star, selbst wenn er es versuchte, aussichtslos wäre, sämtliche seiner Verehrer in den Blick zu bekommen.
Also besser gleich Stars beobachten, die eigentlich Fans sind, und diese »Lookalikes« als Zwischenwesen betrachten, die Begehren und Gebaren bündeln. Es sind diese Übergänge, hybride soziale, musikalische und sexuelle Ausdrucksformen, die Thomas Meinecke als virtuoser Gender-Holmes im Roman Lookalikes entschlüsselt. Der Autor, Musiker (F.S.K.), Musik-Kritiker und DJ entfacht eine ikonographische Vertigo, in der etwa Sacher-Masoch als "musikalische Appropriation durch The Velvet Underground" oder Greta Garbo und Justin Timberlake unter der Assistenz von Jacques Lacan und Hubert Fichte ein paar heiße Nummern spielen.
Da können wir nur hoffen, dass Alexander Perrey beim Wechsel zwischen Imitation und Interpretation auf keinen Fall den Einsatz verpasst.
Ort:
Conti-Hochaus, 14. Etage
Leibniz Universität Hannover
Königsworther Platz 1
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 7 EUR / 4 EUR
Die Idee einer objektiven, chronometrisch fortschreitenden Zeit ist eine moderne Vorstellung. Den Tiefendimensionen unseres Erlebens entspricht sie nicht. Als Ikone des Surrealismus gelten nicht zufällig die zerfließenden Uhren von Salvador Dalí. Und Motive, das Regime der Zeit aus den Angeln zu heben, entspringen im Großen und Kleinen, Politischen wie Privaten.
In seiner meisterhaften Großerzählung »Die Nacht der Erinnerungen« schildert Antonio Muñoz Molina die Romanze eines spanischen Architekten mit einer amerikanischen Journalistin im Madrid der Dreißiger Jahre: die Verzückungen und Verstrickungen einer Liaison abseits des Metrums beruflicher Pflichten und familiärer Bindungen, vor der Folie der II. Republik, der kühnsten Reformperiode Spaniens, die am Widerstand reaktionärer Kräfte zerbricht und im Bürgerkrieg versinkt.
Über sein epochales Bild einer verspielten Zukunft spricht Muñoz Molina mit der Übersetzerin Sabine Giersberg. Eine malerische Reflexion über die Zeit, in der deutschen Fassung gelesen von Michael Speer.
– Ein Beitrag zum »Literaturfest Niedersachsen« der VGH-Stiftung –
Ort:
Conti-Hochaus, 14. Etage
Leibniz Universität Hannover
Königsworther Platz 1
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 9 EUR / 5 EUR
Vorverkauf: 7 EUR / 5 EUR
unter www.literaturfest-niedersachsen.de
Vor genau zehn Jahren und einem Tag veränderten die Attentate vom 11. September die Weltgeschichte: Kriege, verschärfte Sicherheitsgesetze weltweit, dazu eine unaufgelöste Frontstellung zwischen »dem Westen« und »dem Islam«. Die Massenmorde von 9/11, die all das auslösten, gelten freilich als aufgeklärt: Die Mörder starben in den entführten Flugzeugen, ihr Drahtzieher Osama Bin Laden wurde gerichtet, exekutiert von einem Spezialkommando. Alles okay also?
Nein, sagt Mathias Bröckers. Er legt jetzt sein drittes Buch zum Thema vor. Waren seine beiden ersten Bücher noch mit heißem Herzen geschrieben, voller Sarkasmus ob der so offensichtlichen Ungereimtheiten bei der offiziellen Lesart der Ereignisse, ist Bröckers jetzt betont sachlich geblieben. In »11.9. - Zehn Jahre danach« listen er und sein Co-Autor Christian C. Walter akribisch die Widersprüche auf, die in dem Abschlussbericht der 9/11-Kommission zu finden sind.
Über sein Buch, das keine Verschwörungstheorie zusammenbraut, aber durch sein felsenfest recherchiertes Material immens verstört, spricht Bröckers mit Jens Meyer-Kovac.
Ort:
Conti-Hochaus, 14. Etage
Leibniz Universität Hannover
Königsworther Platz 1
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 7 EUR / 4 EUR
Wie leicht das Leben werden kann, hat man erst mal damit abgeschlossen! Das ist der Motor in DBC Pierres Roman »Das Buch Gabriel«, es könnte aber auch das Motto des Autors selbst sein. Geboren in Australien als Peter Warren Finlay, aufgewachsen in Mexiko und dort dann gute zehn Jahre lang exzessiv drogen- und wohlstandsverwahrlost, war DBC mit Ende zwanzig selbst am Ende, körperlich, psychisch, finanziell. Also fing er neu an, als Schriftsteller. Und alles wurde leichter.
Sein Debüt »Jesus von Texas« wurde ein Weltbestseller, er gewann damit 2003 den Booker Prize und so ein neues Leben zurück. In »Das Buch Gabriel« nun beschließt der Reha-Flüchtling Gabriel Brockwell schon auf der ersten Seite, sein Leben zu beenden. Aber nicht sofort. Vorher – im Limbo als eigentlich schon Toter – plant er das dekadenteste Bankett aller Zeiten.
Zur deutschen Buchpremiere und nach der zweisprachigen Lesung spricht Henning Ahrens mit DBC über sein Buch, eine so irrwitzige wie tiefsinnige Allegorie auf die kollabierende Gegenwart des letzten Jahrzehnts.
– In Kooperation mit dem Internationalen Literaturfestival Berlin –
Ort:
Conti-Hochaus, 14. Etage
Leibniz Universität Hannover
Königsworther Platz 1
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 9 EUR / 5 EUR