Was für ein Auftritt: Aus dem Stand landete Jan Brandt mit seinem Romandebüt »Gegen die Welt« auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis, und noch immer reibt man sich die Augen. Dieser junge Autor kann einfach unglaublich viel. – Und wir freuen uns, mit ihm das neue Jahr im Literarischen Salon einzuläuten.
Jan Brandt © Uta Neumann (www.strahler-berlin.de)
| Ort: | Leibniz Universität Hannover Königsworther Platz 1 Conti-Hochhaus, Stockwerk 14 |
| Beginn: | 20 Uhr |
| Eintritt: | 7 EUR / 4 EUR erm. |
Jan Brandt erzählt in seinem Roman vom Erwachsenwerden in Jericho, einem Kaff zwischen Leer und Papenburg. Kühe grasen auf weiten Wiesen, gemächlich ziehen die Schiffe aus der Meyer-Werft hinter der Deichkrone vorbei, von den Terassen des Neubauviertels steigen im Sommer Grillschwaden in den Himmel, und ab und an zerreißt der Lärm eines Tieffliegers die Stille.
In dieser norddeutschen Idylle wächst Daniel Kuper in den achtziger Jahren auf: Der Sohn des örtlichen Drogeriebesitzers ist ein ganz normaler Junge, vielleicht etwas schmächtig und verschlossen, aber feinsinnig und fantasiebegabt. Dann aber häufen sich seltsame Vorkommnisse und stören den ländlichen Frieden: Das Wetter spielt verrückt, im Mais wird ein Kornkreis entdeckt, ein Schüler stellt sich auf die Bahngleise, Hakenkreuze tauchen an den Hauswänden auf. Und immer scheint Daniel Kuper daran beteiligt zu sein. Bald hat er seinen Stempel als Sonderling weg. Er kämpft nicht nur mit den typischen Zumutungen des Erwachsenwerdens, sondern gegen eine ganze Dorfgemeinschaft, die sich gegen ihn verschworen hat.
Jan Brandt ist mit »Gegen die Welt« ein ganz großer Wurf gelungen: Ein plastisches Zeit- und Sittenbild der norddeutschen Provinz in den achtziger und neunziger Jahren. "Ein wuchtiges, wunderbar anmaßendes und in seiner Detailversessenheit und seinem lexikalischen Reichtum triumphales Buch, das sich gegen eine Welt der Verhinderung und der Unterdrückung richtet." (Rolling Stone)
So lange machen wir es noch spannend: Das komplette Frühjahrsprogramm erscheint Ende Januar an dieser Stelle.
Ferner tragen eine Vielzahl von Fördermitgliedern und Spendern den Literarischen Salon. Ihnen allen sei aufs herzlichste gedankt!